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Securenta - der Countdown

BGH verhandelt am 21.02.2005 über unsere erste Revision - klageabweisendes Urteil des OLG Braunschweig auf dem Prüfstand - Neue Märkte auf Securenta verschmolzen - getürkte "Gewinne"

München, 20.01.2005; Es wird ernst. In einem Monat steht das Geschäftsmodell der Securenta erstmals, soweit wir wissen, auf dem Prüfstand des Bundesgerichtshofes. Der 2. Zivilsenat, der in Sachen stille Gesellschaften in der Vergangenheit schon ein paar Pflöcke eingeschlagen hat (vgl. Ende eines Irrwegs), wird sich dann mit der zweifelhaften "Investitionspraxis" der Göttinger auseinandersetzen müssen. Wir sind gespannt, wie die Karlsruher Richter den Fall beurteilen.

Die bisherigen Äußerungen der niedersächsischen Justiz zu diesem Fallkomplex, egal ob in zivil- oder in strafrechtlicher Hinsicht, haben für einige Verwunderung darüber gesorgt, was hierzulande alles unter dem Stichwort "Kapitalanlage" durchgeht. Und was alles kein Betrug sein soll. Zumal man ja angesichts der bisherigen Investitionsquoten von "Anlage" nicht wirklich sprechen kann. Wir werden auf jeden Fall berichten, ob es auch künftig ausreicht, das Geld einfach zu vereinnahmen und für Zinsen und Kosten zu verbraten sowie sich selbst im Rahmen zweifelhafter Geschäfte zuzuwenden. Derer gab es einige, wenn etwa Vorstandsmitglieder ihre eigenen Securenta-Aktien im Rahmen des sog. ABC-Programmes zum doppelten Börsenkurs an die Göttinger Gruppe Holding verkauften oder ein Mehrfamilienhaus in Rosslau nach Ablauf der Abschreibungsfristen mit sattem Aufschlag an die Securenta ging. Ein nach unserer Kenntnis ziemlich einmaliger Fall einer geglückten Ost-Investition. Gewinne, nichts als Gewinne
Man mag einwenden, dass diese Art der Fundamentalkritik zum unpassenden Zeitpunkt erfolge, jetzt, wo es doch wieder aufwärts gehe. Wo man Gewinne über Gewinne ausweisen könne und alles wieder gut werde. Wo der Geschäftsbereich "Emissionsdienstleistungen" nun doch immer mehr Erfolge habe und die "Neuausrichtung" an Fahrt gewinne. Und man konnte schon zum zweiten Mal in Folge einen Gewinn ausweisen. Diese ach so schönen Nachrichten relativieren sich allerdings sehr stark, wenn man die Herkunft der Gewinne ansieht. Die Umsatzerlöse machen den geringsten Teil aus. Die liegen beharrlich bei ca. 8 Mio. € und setzen sich im wesentlichen aus Mieten (auch der eigenen Töchter) und aus abgeführten Gewinnen der Konzerntöchter zusammen.

Dagegen stehen erhebliche, deutlich darüber liegende Aufwendungen, die der Securenta im Jahr 2002 einen operativen Verlust von ca. 35 Mio. € beschert hatten. Der wurde dann durch Verlustzuweisungen und "aufgedeckte Unternehmenswerte" in den groß dargestellten Gewinn verwandelt. In 2003 wäre es ähnlich, allerdings hat man flugs ältere Wertberichtigungen aufgelöst und so einen außerordentlichen Ertrag von 25,4 Mio. € aus dem Hut gezaubert. Man hat also Forderungen, wohl überwiegend gegen die eigenen stillen Gesellschafter, einfach um 25 Mio. höher bewertet und zaubert so einen Ertrag aus dem Hut. Auch eine unternehmerische Leistung.

Dann werden die Stillen noch durch "Erträge aus Abgangsvergütung" in Höhe von 4,7 Mio. € gemolken. Das ist nichts anderes als die Strafzahlung wegen vorzeitiger Kündigung oder Stornierung. Dass da Geld in die Kasse kommt, darf man nicht wirklich annehmen. Das selbe gilt für die "Erträge aus dem Abgang von Anteilen" und die Agioerträge", in Summe weitere 3,2 Mio. €.

Das schwere Los eines "Premium-Emissionsdienstleisters"

Viel Müh für kargen lohn dürfte das Fazit aus dem Jahresabschluss für 2003 sein. Gerade einmal 507.500 € spülte dieses Kerngeschäftsfeld 2003 in die Kasse, wovon 481.900 € aus dem eigenen Konzern kamen. Die von den dortigen Gesellschaften wohl auch noch schlecht angelegt worden, erweisen sich die Konzeptionen doch durch die Bank - und durch die BaFin - als anfechtbar. Und die Aktivitäten im Zusammenhang mit Fremdunternehmen, etwa dem "Deutschen Vermögensfonds", die 2004 für einige darüber hinausgehende Umsätze gesorgt haben, sind wohl alles andere als ein stabiles Fundament für eine künftige Entwicklung.

Wir haben auch massive Zweifel, dass solches ernsthaft geplant ist. Die Verantwortlichen sind Kaufleute genug, um zu wissen, dass man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln unter den gegebenen Bedingungen niemals die Anleger befriedigen kann. Das Kapital bewegt sich bei ca. 50 Mio. €, wobei die Bewertungen einzelner Vermögensgegenstände hier sicherlich nicht über jeden Zweifel erhaben sind. Die Mittel sind zudem einseitig festgelegt, Liquidität fehlt, wie man offen eingesteht. Und man darf ja eines nicht vergessen: Es fehlen 1,5 Milliarden €. Die man jetzt 20.000- Euro-weise wieder hereinbringen möchte.

Den im aktuellen Newsletter 2004 zum Ausdruck gebrachten Optimismus können wir vor diesem Hintergrund zwar verstehen, aber wir teilen ihn nicht. Und wir raten auch niemand, sich davon blenden zu lassen. Die aktuellen Jahresabschlüsse sprechen eine deutlich andere Sprache. Und dass es 2004 noch besser wird, dafür spricht aus unserer Sicht absolut nichts. Man hat nun die Neue Märkte auf die Securenta verschmolzen (Eintragung 25.11.2004) und wohl wieder "Firmenwerte" aufgedeckt (vgl. Neue Märkte und alte Probleme). Für die Anleger kommt dabei sicher nichts heraus.