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Securenta im Herbst 2004

Der Niedergang setzt sich fort - wie aus einem fetten Verlust ein Gewinn wird - immer mehr Gegenwind durch Rechtsprechung - peinlicher Flop des "Premium-Emissions-Dienstleisters"

München, 07.10.2004; Mittlerweile schon ins vierte Jahr schleppt sich die Agonie der Göttinger Gruppe, immer wieder flankiert von Hinweisen auf partielle Überschuldung und trotz des Umstandes, dass nach wie vor kaum Umsätze einem veritablen operativen Minus gegenüberstehen. Der Geschäftszweck der Göttinger - er ist Außenstehenden wohl schon lange nicht mehr zu vermitteln, wenn man davon ausgeht, dass das Ziel eines Unternehmens gemeinhin darin besteht, Gewinne zu erwirtschaften. Das scheint hier nicht im Vordergrund zu stehen.

Hauptversammlung offenbart desolate Situation

Angesichts des vernichtenden Zahlenwerkes müssen die Bemühungen der Vorstände Marina Götz und Jürgen Rinnewitz, die Lage schön zu reden, wohl zwangsläufig flau wirken. Der ausgewiesene Jahresüberschuss, der Signal für den geschafften "Turnaround" sein soll, ist nichts anderes als ein Taschenspieler-Trick. Zwar, so räumt man ein, habe die Securenta AG im Geschäftsjahr 2002 ein operatives Minus von etwa 14 Mio. € erzielt. Dem stünden aber außerordentliche Erträge von 18 Mio. € gegenüber, so dass sich ein Jahresüberschuss von knapp 4 Mio. € und damit erstmals nach erlittener Durststrecke ein Gewinn ergebe.

Die so genannten außerordentlichen Erträge sind dabei nichts anderes als willkürlich herbeigezaubertes Scheinvermögen, die man erschaffte, indem man die GöZIT und die CSC Customerservice in selbständige Tochtergesellschaften ausgliederte - und dafür einen Kaufpreis für die Übertragung der "Firmenwerte" berechnete. Und damit eine Forderung gegen die beiden neuen Töchter einbuchte. Dabei wird noch gezielt darüber hinweggesehen, dass das Defizit nur deshalb so niedrig ausfallen konnte, weil man den atypisch stillen Gesellschaftern weitere Verluste von etwa 21 Mio. € zuwies, womit das tatsächliche operative Defizit auf satte 35 Mio. anwächst. 35 Mio. € Verlust, denen Umsätze von gerade einmal 8 Mio. gegenüberstehen.

Die sofortige Schließung würden den Gesellschaftern also in der Tat sehr viel Geld ersparen. Insbesondere würde sie die atypisch stillen Gesellschafter von ihrer Zahlungspflicht und der weiteren Vergrößerung ihres Schadens bewahren. So jedenfalls der Eindruck, der sich bei nüchterner Betrachtung aufdrängt. Aber so soll es ja nicht sein.

Peinliche Flops für den "Premium-Emissions-Dienstleister"

Vielmehr strebt man neuen Höhen als "Premium-Emissions-Dienstleister", was immer das auch sein mag, entgegen. Man will also für andere Unternehmen Fondskonzeptionen basteln. Wobei basteln durchaus der richtige Begriff sein dürfte, fehlt doch auch in dieser Hinsicht die Fortüne. So mussten die Göttinger bei diesem Bemühen ganz offensichtlich einen mehr als peinlichen Flop hinnehmen. Der nach Angabe des Branchen-Informationsdienstes "Direkter Anlegerschutz" (DA 40B/04) von den Göttinger-Töchtern Interpart und der CS Customer Service konzipierten Vario-Renta Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG wurde durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bescheinigt, dass sie verbotene Finanzkommissionsgeschäfte durchführe. Da diese Geschäfte einer nicht vorhandenen Erlaubnis durch die Aufsichtsbehörde bedürften, wurde die Abwicklung des Fonds angeordnet.

Für eine Anlagegesellschaft ist dies der Gau. Dies sieht in unseren Augen schwer nach Haftungsfall aus. "Premium" scheint es jedenfalls nicht zu sein. Daneben hat eine Securenta Tochter ganz offensichtlich den Deutschen Vermögensfonds konzipiert, ein Umstand, der diesem Hohn und Spott einbrachte. Ob er auch abgewickelt werden muss, wird sich wohl noch zeigen. Ganz ruhig werden die Initiatoren dieser "neuen Dimension" auch nicht mehr schlafen, sollen doch auch hier in erheblichem Umfang Wertpapiergeschäfte abgewickelt werden.

Neues Ungemach von der Rechtsprechung

Und mit diesen nicht eben guten Nachrichten nicht genug: Die Justiz beschließt nun endgültig, wenn auch zögerlich, das Trauerspiel zu beenden. So hat das Landgericht Göttingen zwischenzeitlich ebenfalls in einem Fall, in dem ein Vermittler über die Stränge geschlagen war, auf vollständigen Schadenersatz erkannt. Zudem entscheidet es aktuell, dass das Steigermodell, eines der Hauptmerkmale der Gruppe, perdu ist. Dies mit der Begründung, dass hier nur eingescannte Unterschriften verwendet wurden.

Da es sich bei den Neubegründungen in den jeweiligen Steigersegmenten um Teilgewinnabführungsverträge handle, würde damit die gesetzliche Schriftform fehlen. Bei allen Securenta-Opfern, die bis Ende 1997 eingestiegen sind, ergibt sich damit die Möglichkeit, die Beteiligung durch außerordentliche Kündigung zu beenden. Mit dem Ergebnis, dass man jedenfalls keine weiteren Einlagen mehr zahlen braucht. In vielen Fällen ist den Betroffenen damit schon geholfen. Damit wird die Securenta aber immer mehr vom Zustrom frischer Anlegermittel abgeschnitten.

Das Drama geht weiter. Im Dezember soll es eine erneute Hauptversammlung, diesmal für das Jahr 2003, geben. Allerdings dürfte der Schluss immer realistischer sein, dass die Tage der Göttinger Finanzjongleure über kurz oder lang gezählt sein werden.