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Capital Garantie Fonds 02 GmbH und Co. KG - trügerische Sicherheit

Hohe Kosten - nicht nachvollziehbare Renditerechnung - hohe Risiken durch Wertpapierspekulation mit Fremdkapital - keine aktuellen Jahresabschlüsse veröffentlicht

München, 04.08.2008; Das Angebot der Capital Garantiefonds 02 GmbH und Co KG, Augsburg, bewerten wir als unübersichtlich und nachteilig. Die mittels eines am 08.11.2005 veröffentlichten Prospekts vertriebene Offerte beinhaltet einen Blind-Pool, der bei angeblich 100-prozentiger Kapitalsicherheit in Aktienfonds zu investieren möchte. Das Ganze soll auf 18 Jahre angelegt sein. Initiatoren sind wohl der Geschäftsführer der Komplementär GmbH Roland Buchta und der geschäftsführende Kommanditist Rigo Wirsching. Anders als bei vielen vergleichbaren Gesellschaft und damit ausdrücklich positiv zu bewerten ist, dass Anleger nach Schließung des Fonds mit einer Frist von sechs Monaten durch ordentliche Kündigung ausscheiden können.

Gleichwohl können wir dieses Angebot nicht empfehlen.

Hohe Kosten - erhebliche Risiken
Spätestens nach Mitteilung des dann noch verbleibenden Auseinandersetzungsguthabens wird es nach unserer Einschätzung zwangsläufig zu Enttäuschungen kommen. Die Musterberechnung und das Geschäftsmodell halten wir nämlich für irreführend und die Gestaltung des Angebots für unnötig kompliziert. Es setzt Renditen voraus, die aus unserer Sicht nicht nur angesichts der derzeitigen Börsensituation kaum realistisch sind. Dabei setzt man für die Aktienfonds einen jährlichen Wertzuwachs von 14,82% voraus. Dies u.a. etwa mit dem Templeton Growth Fonds, dessen momentane Wertentwicklung beispielsweise alles andere als erfreulich ist. So reduzierte sich der Anteilswert vergangenen drei Jahren um mehr als 10%. Betrachtet man nur das laufende Jahr, sind es sogar 21,65%.

Das wird spätestens dann zum Problem, wenn wie hier Fremdkapital für die Wertpapiergeschäfte zum Einsatz kommen soll. Dann potenzieren sich Zinskosten und Anlageverluste, was das zur Verfügung stehende Eigenkapital sehr schnell und empfindlich dezimieren kann. Es kommt hinzu, dass ein Teil der Gelder in festverzinsliche Wertpapiere angelegt werden muss, wobei man eine durchaus beachtliche Rendite von im Schnitt 4,34% anstrebt.

Das führt allerdings dazu, dass fast drei Viertel des Wertpapierdepots mit Fremdmitteln (Lombardkredit) finanziert werden sollen. Für den dann wieder 5 % Zinsen bezahlt werden müssen, was den Sinn einer derartigen Gestaltung nachhaltig in Frage stellt. Warum will man auf der einen Seite für veranschlagte 4,34% an Zinsen Wertpapiere erwerben, wenn man auf der anderen Seite für veranschlagte 5 % - was sehr niedrig erscheint - Kredite aufnehmen möchte?

Unsinnige Schmälerung der Liquidität durch Ausschüttungen in der Gründungsphase
Nicht nachvollziehbar ist auch, warum man einen Teil der mühsam eingeworbenen Gelder in der Startphase wieder ausschüttet anstatt sie für Investitionen zurückzuhalten. Eine derartige Anlagepolitik mag vielleicht die Akquisition erleichtern. Sie hat aber mancher Gesellschaft wie beispielsweise der Securenta AG auch schon das Genick gebrochen.

Hier wird bestenfalls eine Scheinsicherheit verkauft, verbunden mit einer vermeidbaren Zinsbelastung, die nur zu Lasten der Rendite gehen kann. Dass das Ganze vor diesem Hintergrund nicht ohne Risiko ist, zeigt auch der Prospekt, der - wie man das heute macht - zu zwei Drittel aus entsprechenden Gefahrenhinweisen besteht. Dass diese wurde nicht völlig zu Unrecht erteilt werden, mag der Umstand verdeutlichen, dass aktuelle Jahresabschlüsse nicht veröffentlicht sind. Auch zur Vergangenheit der Fondsbetreiber erfährt man wenig.

Intransparentes Informationsgebaren
Auch andere Mitteilungen über die derzeitige finanzielle Situation sucht man ebenfalls vergebens. Die Homepage schweigt sich dazu aus. Kurz und gut: Es wird viel Vertrauen von einem verlangt. Dabei verfolgt man eine restriktive Informationspolitik und gibt nichts preis, was dieses Vertrauen ggf. rechtfertigen oder erleichtern könnte. Nachdem der Kern des Investments überdies den Erwerb von standardmäßigen und weit verbreiteten Investmentfonds vorsieht, die man beispielsweise auch bei jeder Bank oder Sparkasse bekommt, ist nicht ersichtlich, warum man dafür eine der kostenaufwendige und weitgehend intransparente Organisation wie die hier vorliegende bemühen sollte.

Der unmittelbare Erwerb hätte zudem den Vorteil, dass nicht nur allein in der Anfangsphase etwa 24% Kosten gespart werden, zu denen sich noch laufende Verwaltungskosten in erheblicher Höhe hinzuaddieren. Man ist auch tagesaktuell über seinen Kontostand informiert und kann von heute auf morgen seine Anlage auflösen. Und dafür, dass nichts wegkommt, haftet eine finanzkräftige Depotbank und nicht eine schmalbrüstige 25.000 € GmbH.

Ein vorteilhaftes Angebot sieht anders aus. Dies weckt auch für die Vertriebe, die solches gegen hohe Provisionen vermitteln, nicht unerhebliche Haftungsrisiken. Wer sich durch ein solches Angebot geschädigt fühlt, sollte seine Ansprüche allerdings bald prüfen lassen. Die neue geregelte Prospekthaftung dürfte ab Anfang November zu Verjährungsrisiken führen. Wir werden die Sache weiterverfolgen und bleiben für Sie am Ball.