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Fondax Capital Select GmbH und Co KG - hoch riskantes und zweifelhaftes Blind-Pool-Konzept

Beteiligungssparpläne mit minimalen Mindesteinlagen - wenig aussagekräftige Berichte - wenig attraktive Investitionen


München, 18.08.2008; „Die vielversprechendste Anlage der vergangenen Jahrzehnte?“ fragt man rhetorisch in einem Flyer, der für das Anlageangebot wirbt. Wir meinen das nicht. Für 25 € monatlich mit Schiffsbeteiligungen und einem Immobilienportfolio sowie diversen unternehmerischen Aktivitäten (sog. Private Equity) zu gesichertem Wohlstand im Alter - das in etwa sind die Versprechen der Holzkirchner FONDAX Unternehmensgruppe. Selbstverständlich sollte man die Anlage zwar keinesfalls abschließen, ohne zuvor seinen Rechtsanwalt, Steuerberater und/oder Wirtschaftsprüfer hinzugezogen zu haben (Prospekt, Blatt 10). Die Vertriebswirklichkeit dürfte dies wohl kaum berühren; ob sich ein Investment dann gegebenenfalls noch lohnte, dürfte ebenfalls höchst fraglich sein.

Enorme Kosten
Höchst fraglich ist allerdings zunächst, ob es sich überhaupt lohnen kann. Die im Prospekt (Blatt 13) ausgewiesenen Kosten belaufen sich auf 23% zzgl. 5% Agio, also stolze 28%. Und wer seine Einlage in Raten erbringt, dessen Zahlungen fließen in den ersten Jahren zu 80% auf eben diese Kosten. Immerhin - 20% sollen sofort investiert werden. Allerdings dienen die auch zur Deckung der laufenden Ausgaben. Dass die Gesellschaft dabei kaum Liquidität aufbauen kann, liegt auf der Hand. Dies, zumal man Einmalzahlern - und Ratenzahlern, sofern deren sog. „Einstandskosten“ erbracht sind - sogar noch regelmäßige gewinnunabhängige Entnahmen zugestehen möchte. Und zumal die laufenden Kosten von angeblich höchstens 175.000 € jährlich dabei noch gar nicht berücksichtigt sind. Da muss bei etwaigen Investitionen schon ein stolzes Ergebnis zusammenkommen, soll für die Anleger noch etwas bleiben. Dass es dazu kommt, ist allerdings alles andere als wahrscheinlich. Dies kann man am Beispiel des FONDAX - Capital Select GmbH und Co KG verdeutlichen:

Zweifelhafter Investitionsstand Hier hat man zwischenzeitlich eine "Immobilie" vorzuweisen, ein 28-Parteien-Haus in Wirsberg nahe dem fernen Kulmbach, das inklusive Makler knapp 900.000 € gekostet haben soll. Auch wenn man so ein Objekt, das Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre errichtet worden sein soll, zunächst noch gut vermieten können soll, fallen doch in nicht allzu ferner Zukunft erhebliche Instandsetzungskosten an - die Kosten für die demnächst geforderte energiemäßige Sanierung noch gar nicht berücksichtigt. Hier die Miete einfach mit Ertrag gleichzusetzen, scheint doch etwas mutig. Weiterhin soll es noch eine Schiffsbeteiligung geben, in welcher Höhe, wird allerdings nicht verraten. Man kann allerdings aus dem "Performancebericht 2006" in etwa hoch rechnen, dass es sich um einen 100.000 - Euro - Anteil handeln dürfte.

Dazu passt, dass Jahresabschlüsse weder veröffentlicht werden, noch im Log-in-Bereich der Homepage ersichtlich sind. Die Gesellschaft soll angeblich voll platziert sein und ein Kapital von 40 Millionen Euro aufweisen, dass allerdings im Wesentlichen noch nicht zur Verfügung stehen dürfte, sondern in den nächsten Jahrzehnten durch Ratenzahlungen erbracht werden soll. In Jahrzehnten, in denen auch dramatische laufende Kosten anfallen, die das irgendwann eingezahlte Kapital zusätzlich mindern.

Die Gesellschaft residiert in einem kleinen Industriegebiet im Süden von Holzkirchen. Sie bewohnt dabei in Bürogemeinschaft mit diversen weiteren Unternehmen den ersten Stock eines kleinen Gebäudes, unten ist ein Metallbaugeschäft. Verantwortlich ist ein gewisser Peter Laich. Der verdiente in der Vergangenheit seine Brötchen im Versicherungsgeschäft. Was ihn nun als begnadeten Vermögensverwalter auszeichnen soll, ist nicht ersichtlich. Eine einschlägige Qualifikation ist ebensowenig ersichtlich wie eine einschlägige Berufserfahrung. Sieht man einmal von seiner Tätigkeit für die FONDAX ab.

Vor einem solchen Hintergrund verwundert es nicht, dass mit Informationen jeglicher Art dramatisch gespart wird. Die Eröffnungsbilanz im Prospekt ist ein Einzeiler, der gerade einmal die Buchung der Kommanditeinlage von 1.000 € enthält. Jahresabschlüsse gibt es seit dem nicht. Auch in die „Jahresberichte“ sind ohne jede Aussagekraft. Ob die Gesellschaft arm ist oder reich - man kann die schlichtweg nicht erkennen. Betrachtet man die bislang einzigen beiden Investitionsobjekte, eine Schiffsbeteiligung und die ominöse Wirsberger Immobilie, dann würde man eher auf arm tippen.

Enorme Risiken für die Anleger
Die Mindestzeichnungsdauer beträgt 10 Jahre. Im Schnitt geht man ausweislich des Prospekts von einer 20-jährigen Einzahlungsdauer aus, angeblich sollen 20% der Einlagen im Wege von Einmaleinzahlungen erfolgen.

Hält man nicht bis zum Ende durch, dann hat man auf jeden Fall schon einmal 23% Kosten sowie das Agio, insgesamt also weit mehr als ein Viertel seiner Einlage, verloren. Das ganze ohne zeitliche Staffelung, etwa nach anteiliger Mitgliedschaftsdauer, was ohnedies Zweifel an der Wirksamkeit weckt. Das heißt, wer auch nur einen Monat vor Ablauf seiner Beteiligung kündigt, ist ausweislich der Vertragslage die gesamte Summe schuldig.

Schon das ist ein Risiko, das schwer über vermeintliche Renditevorteile hinwegtröstet. Wobei nicht klar ist, wo die liegen sollten. Es handelt sich um standardisierte Anlageprodukte. Zu denen kommt allerdings die ansonsten vermeidbare Belastung mit laufenden Kosten dazu, die den laufenden Einlagen gegenüberstehen. Dies sind nach dem Prospekte nochmals 2,93% jährlich für Funktionsträgergebühren sowie der laufende Verwaltungsaufwand. Diese laufende Belastung mindert unmittelbar das zufließende Kapital. Geht man von Vollplatzierung aus und weiterhin davon, dass etwa 20% am Anfang schon herein gekommen sind, die allerdings auf die Kosten verwendet wurden, dann fließt der Gesellschaft jährlich ein Betrag von etwa 1,5 Millionen € zu. Dem stehen wie gesagt, die der Höhe nach verschwiegenen Allgemeinkosten gegenüber. Es dürfte aber nicht vermessen sein, hier mühelos nochmals einen Betrag von etwa 300.000 € anzusetzen, der sich auf Mietkosten, Personalkosten, die EDV, Steuer- und Rechtsberatung sowie diverse Funktionsträgergebühren verteilt. Ähnliche Kosten sehen wir jedenfalls in vergleichbaren Fällen.

Das wären etwa 20% der jährlichen Zuflüsse, die natürlich ebenfalls wieder erwirtschaftet werden müssten. Dem gegenzurechnen sind etwaige Erträge, die dann allerdings schon beachtliche Dimensionen erreichen müssten, damit für die Anleger überhaupt die Rückerstattung des eingesetzten Kapitals in Betracht kommt. Dies sehen wir derzeit nicht. Es ist auch nicht ersichtlich, wie hier so relevante Investitionssummen zusammenkommen könnten, dass damit die im Prospekt dargestellten Investitionen überhaupt verwirklicht werden könnten. Bislang ist davon ganz offensichtlich nichts zu sehen. Wundern tut uns das nicht. Es weckt auch nicht wirklich Erstaunen, dass die Planbilanzen verfehlt werden. Dort sollte Ende 2007 ja schon ein Immobilienvermögen von 2,7 Millionen € sowie weitere Kapitalanlagen von etwa 1,15 Millionen € geschaffen sein. Den bisher veröffentlichten Unterlagen ist dies allerdings nicht zu entnehmen.

Vor diesem Hintergrund dürfte die gesamte Liquiditätsrechnung auf der Devise "Glaube - Liebe - Hoffnung" basieren. Wir sehen jedenfalls keine großen Unterschied zu anderen katastrophalen Gesellschaftskonstruktionen dieser Art.

Rüde Vertriebsmethoden
Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, wenn im Internet über rüde und täuschende Vertriebsmethoden geklagt wird. Dass jemand in voller Kenntnis aller Chancen und Risiken eine derartige Anlage abschließt, halten wir nicht für sonderlich wahrscheinlich. Wir werden die Gesellschaft jedenfalls weiter beobachten und uns zunächst einmal die aktuellen Jahresabschlüsse besorgen.

Derzeit halten wir das Angebot für nicht plausibel und für nicht empfehlenswert.