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Die Kopie

Mit einem weitestgehend an die Göttinger Gruppe angelehnten Anlagekonzept geht die Deutsche Frankonia auf Kundenfang.

München, 04.01.2004; Würzburg scheint ein gefährliches Pflaster für Kapitalanleger zu sein. Eine ganze Reihe zweifelhafter Anbieter von Anlagemodellen hatte und hat hier seinen Sitz. Wir erinnern und etwa an die zwischenzeitlich aus dem Verkehr gezogene WAG Gruppe oder an die EURO Gruppe mit ihren zahlreichen Ablegern. Ferner sitzt dort die ebenfalls argwöhnisch beobachtete Deutsche Frankonia.

Deren Angebot hat es in sich. Es nimmt zum Teil äußerst detaillierte Anleihen am Konzept der Göttinger Gruppe, auch was die Konzeption im Detail betrifft. Angeboten werden - oder wurden jedenfalls bis vor nicht allzu langer Zeit - atypische stille Beteiligungen. Jetzt ist man mit den Beteiligungsfonds der Capital Sachwert Alliance AG & Co. KG zum Vertrieb von KG- Anteilen übergegangen - wie es im übrigen die Göttinger Gruppe mit ihrer "Neue Märkte KG" vorgemacht hat.

Es finden sich weitere detaillierte Parallelen, etwa eine exakte Kopie des sog. "Steiger-Modells", hier "Aufbau-Plan" genannt. Das ist eine Kombination von verschiedenen Beteiligungsunternehmen, Vollmachten und Erlassverträgen. Der Anleger soll dabei etwa alle drei Jahre in das jeweils nächste Segment oder hier in den nächsten Beteiligungsfonds wechseln. Seine bisherige Beteiligungsgesellschaft erlässt ihm seine restliche Ratenzahlungsverpflichtung mit dem Beitritt zur jeweils nächsten Gesellschaft. Damit alles nicht zu kompliziert wird, erfolgt der "Aufstieg" automatisch mit Hilfe einer beim Abschluss erteilten Vollmacht. Weitere Gemeinsamkeiten sind die bis ins Detail identisch formulierte Investitionsstrategie und die ähnlichen Ausstiegsmodalitäten. Und ähnlich wie bei der Göttinger Gruppe tut man sich sehr schwer, herauszufinden, wo die Frankonia wirtschaftlich tatsächlich steht und was sie eigentlich macht.

Mythos "Investition"

Die Gesellschaften, und da gleichen sich die meisten Anbieter von Beteiligungssparplänen, sprechen von "Investitionen", "Investitionsquoten", von Beteiligungen an einem ominösen Firmenwert, von "Anlaufverlusten" und "Gewinnphasen". Bei kritischer Betrachtung sind das alles Nebelschwaden. Im Prinzip sind die Beteiligungsfirmen nichts anderes als Kapitalanlagegesellschaften, die Gelder hereinnehmen und nach bestimmten Grundsätzen investieren sollen. Mit einigen äußerst gravierenden Unterschieden.

  • Es gibt keinerlei staatliche Aufsicht;
  • Die Kosten betragen regelmäßig ein Vielfaches der offenen Fonds;
  • Die Investitionsgrundsätze sind wachsweich und vielfach nicht prüf- oder gar einklagbar und
  • es gibt kein abgegrenztes und damit prüfbares Anlegervermögen.


Umstände, die nach unseren bisherigen Erfahrungen weidlich ausgenutzt werden.

Kompliziertes Firmengeflecht

Bei der Frankonia existieren nach unseren bisherigen Erkenntnissen insgesamt vier "Beteiligungsfonds", verteilt auf die Gesellschaften "Frankonia Direkt AG", "Frankonia Wert AG", Frankonia Sachwert AG und die schon erwähnte Capital Sachwert Alliance AG & Co. KG mit ihren Beteiligungsfonds 4 und 5. Die Investitionen erfolgen über eigens errichtete Anlagegesellschaften, etwa die Wertpapierinvestitionen über die Actium Beteiligungs AG und die Immobilieninvestitionen über die Frankonia Immobilien Management GmbH. Daneben gibt es noch eine Frankonia Global Fund Management GmbH, die wohl in Fonds investieren soll.

Die Anlagegesellschaften investieren wiederum in die sog. "Zielgesellschaften", die der eigentliche Gegenstand des Investments sein sollen. Dabei ist man in der Vergangenheit durchaus dynamisch vorgegangen. So sollen neben einem Smart-Center und Activest Fonds auch High Risks wie die Neuer-Markt-Firmen Cargolifter und Systracom - zwischenzeitlich beide insolvent, zum Portfolio gehören. Unter den Beteiligungsunternehmen fällt eine Körber Kunststoff Technik auf, die unter Leitung eines Frankonia-Managers ebenfalls insolvent wurde. Kurz zuvor wurde sie mitsamt der zugehörigen Beteiligungsgesellschaft, der damaligen Frankonia Asset Management GmbH an eine "Conga Verwaltungsgesellschaft mbH", Sitz in Buxtehude, verkauft. Deren Geschäftsführer, und so schließt sich der Kreis, ein Würzburger Rechtsanwalt sei.

Wenn wir bei der Göttinger Gruppe von der Sphinx des grauen Kapitalmarkts gesprochen haben - weniger Rätsel gibt uns diese Konstruktion nicht auf. Wir tun uns sehr schwer, festzustellen, ob nun viel oder wenig von den Anlegergeldern investiert ist. Bestimmte Investitionsgüter wie ein Supermarkt in Florida oder das Smart- Center geistern schon seit Jahren immer wieder durch die Prospekte. Wenn es Investitions- oder Liquiditätspläne gibt, erfährt man jedenfalls nichts davon. Die Prospektautoren werden nicht müde, den Blind-Pool-Charakter der Anlage und die völlige Unverbindlichkeit der dargestellten Investitionsgrundsätze zu betonen. Man weiß also nie, ob die Verantwortlichen im Plan liegen, ob überhaupt Vermögen in nennenswertem Umfang gebildet wurde und wie sich der Wert der einzelnen Vermögensgegenstände zu den Einzahlungen der stillen Gesellschafter verhält. Denn dieser Wert geht aus den Bilanzen nicht hervor.

Provision essen Anlage auf

Das ist sicher derzeit noch nicht sehr konkret. Also außer einem unbestimmten Verdacht kein Grund, sich Sorgen zu machen? Wir meinen schon. Das Konzept der Göttinger Gruppe und ihrer Klone ist aus unserer Sicht unplausibel. Es leidet unter dem Problem, dass man einen Euro nun einmal nicht zweimal ausgeben kann. Die Unternehmen ersticken an den anfänglichen Vertriebskosten. Da sie allerdings bis zur Einstellung des Vertriebes mit Liquidität in Form frischer Beteiligungsgelder geradezu überschüttet werden, fällt das zunächst nicht auf.

Irgendwann werden die Anbieter allerdings von der Vergangenheit eingeholt und brechen zusammen. Wie gravierend sich diese Kosten, die ja vorgezogen werden, tatsächlich auf die Liquiditätssituation auswirken, zeigt ein einen anderen Anbieter von Kombi- und Ratenanlagen betreffendes Berechnungsbeispiel, das die Münchener Kripo erstellt hat. Zwar waren dort die Provisionen noch etwas höher, hier kommen aber noch die Vergütungen aus dem "Konzeptionserstellungs- und Nutzungsvertrag" mit 1,5 % sowie dem "Gesellschafter-, Verwaltungs- und Betreuungsvertrag" mit weiteren 2 %, bezogen stets auf das jeweilige komplette Vertragsvolumen hinzu. Und die laufenden Personal- und Verwaltungskosten. Und die vorgesehenen Entnahmen der Gesellschafter.

Und dann muss man sich noch vergegenwärtigen, dass die Anlagegesellschaft nach dem Wechsel in die Folgegesellschaft von den laufenden Ratenzahlungen abgeschnitten ist. Dafür gibt es einen Emissionskostenersatz. Aber der kommt zu spät, weil die Gesellschaft in der Zeit, in der sie Geld eingesammelt hat, gerade kein Vermögen aufbauen konnte. Und jetzt gleichwohl ihre laufenden Kosten decken muss. Das führt dazu, dass die späteren Zahlungen zur Befriedigung der laufenden Kosten und der Ansprüche der Altgesellschafter verwendet werden müssen, also wieder nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Rechenprobleme

Warum das so ist? Nun, das Perpetuum Mobile wurde für den Kapitalmarkt noch nicht erfunden. Provisionen sind tatsächliche Mittelabflüsse. Sie führen dazu, dass das Geld einfach weg ist. Deshalb funktionieren die sonstigen Steuersparmodelle auch anders. Sie leben davon, dass lediglich steuerliche Verluste, etwa durch Abschreibungen jenseits des tatsächlichen Werteverzehrs, entstehen. Der tatsächliche Wertverlust der Anlagegüter, beispielsweise einer Immobilie, ist deutlich geringer. Deshalb auch die Bezeichnung "Abschreibungsgesellschaft.

Das führt dazu, dass stille Reserven gebildet werden, die den Gesellschaftern dann später zur Verfügung stehen. Dies ist hier genau anders. Und wir sagten es bereits - einen Euro kann man nur einmal ausgeben. Wenn er weg ist, ist er weg. Das ist derzeit bei der Securenta Göttinger Gruppe sehr deutlich zu sehen. Das kann man bei der Balz Gruppe vermuten, bei Immorenta steht es fest, und das ist bei Frankonia wohl nicht anders. Das zeigen auch die Jahresabschlüsse, die uns allerdings momentan nur per 31.12.2001 vorliegen.

Da hat etwa die Frankonia Sachwert per 31.12.2001 trotz "Erträgen aus Verlustübernahme", also die durch Verlustzuweisungen aufgezehrten Einlagen der atypisch stillen Gesellschafter von ca. 82 Mio. DEM nur Vermögen in nicht nennenswertem Umfang aufgebaut. Auch bei der Frankonia Wert ist es nicht so viel anders. Eingezahlte Einlagen von etwa ebenfalls 82 Mio. DEM schlagen sich in Aktiva von etwa 27 Mio. DEM nieder.

Man sollte sich Sorgen machen. Wir bleiben für Sie am Ball.