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In Focus 24/2000 wurde eine Liste von 26 empfohlenen Anlegeranwälten veröffentlicht, zu denen damals bereits Wilhelm Lachmair zählte.
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Anleger betrogen?

R + W AG legt keine Gelder an - Ermittlungsverfahren gegen langjährigen Vorstand und Wirtschaftsprüfer - 350 Anleger betroffen - diverse Zivilklagen anhängig

München, 27.04.2005; Viel Spaß haben die Anleger der R + W bislang nicht an ihrem Investment. Nach einem von der Göttinger Gruppe abgekupferten Modell sollten atypisch stille Beteiligungen hereingenommen und in div. Wirtschaftsgüter investiert werden. Anders als bei der Göttinger Gruppe erweckte man aber lange noch nicht einmal den Anschein. Die gesamten Einlagen der Zeichner aus den Jahren 1999 bis 2001 flossen in den Aufwand und die Vergütung der Veranstalter. Eine Mittelverwendungskontrolle wurde entgegen der Prospektaussagen offenbar erst im Oktober 2000 installiert. Erstmalig sind in 2003 Investitionen (der Kauf von Investmentzertifikaten) festzustellen - als die Strafverfolgungsbehörden schon offiziell auf den Plan getreten sind). Genützt hat aber offenbar auch das nichts.

Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I (Aktenzeichen 314 Js 43185/00), die auch ein Sachverständigengutachten des Bayerischen Landeskriminalamtes (BayLKA) zur Plausibilität und zum Mittelfluss in Auftrag gab. Die Ergebnisse sind erschütternd. Von den insgesamt angelegten ca. 3,9 Mio. Euro sind gerade einmal knapp 10 % angelegt worden. Gleichzeitig sind noch gut 300.000,00 Euro vorhanden. Der Rest - Fehlanzeige. 3,2 Mio. sind für Gehälter, Mieten und Vorstandsvergütungen aufgegangen.

Vor diesem Hintergrund muss das Kapital der Anleger als vernichtet gelten. Was an sich kein Wunder ist. Ist doch das ursprüngliche Konzept 1 zu 1 von der Göttinger Gruppe abgekupfert, wo es auch nicht funktioniert hat. Der Bundesgerichtshof hat hier massive Plausibilitätsmängel festgestellt. Hier wie dort ist es so, dass zum einen sog. "Emissionskosten", vorwiegend Provisionen, zeitlich vorgezogen wurden. Zum anderen wird aber schon vom ersten Tag eine sog. "gewinnunabhängige Entnahme" von 10 % jährlich zugesagt, Geld, das dann ebenfalls das einsatzfähige Kapital vermindert (Urteil vom 21.03.2005, II ZR 149/03, vgl. "Unplausibles Konzept").

Das allein dürfte zur Haftung ausreichen. Ferner hat sich auch die R + W auserbeten, das Guthaben bei einer Verzinsung von 6 % ratierlich auszuzahlen. Dafür braucht man seit 01.01.1998 eine Erlaubnis der Bankenaufsicht, die die R + W natürlich nicht vorweisen kann. Auch darauf hat der BGH Schadenersatzansprüche gestützt. Wer so etwas anbietet, muss sich vorher erkundigen, ob das überhaupt geht (Urteil vom 21.03.2005, vgl. o.).

Es kommt aber noch dicker. Wer nach Mai 2000 eingestiegen ist, hätte nach Einschätzung des BayLKA auch darauf hingewiesen werden müssen, dass es unwahrscheinlich sei, dass das zur Verwirklichung des Konzepts erforderliche Kapital noch eingeworben werden könne. Hier sieht man den Tatbestand des Kapitalanlagenbetruges als gegeben an. Wer gar nach Oktober 2001 dazugestoßen ist, der wurde betrogen. Ab diesem Zeitpunkt muss das Konzept als gescheitert angesehen werden, so die Gutachter.

Eine Anklage steht nun an. Mit beschuldigt ist auch der Wirtschaftsprüfer des Konstrukts, Philip Ulherr. Wir haben bereits mehrere Zivilklagen anhängig. Da trägt die R + W aus unserer Sicht ziemlich wirr vor. Wir berichten demnächst, was die Gerichte dazu sagen. Bleiben Sie am Ball.