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Von Saulusen, Paulusen, Anwälten und Verbraucherverbänden

Anleger der Göttinger Gruppe sehen sich in diversen seriösen und unseriösen Avancen ausgesetzt - Geldeinzug offensichtlich noch nicht vollständig gestoppt

München, 12.09.2007; Die Insolvenz eröffnet, das Geld weg - Zeit für die Geschädigten der Göttinger Gruppe, in den Vorgang abzuschließen und den Verlust ihrer Einlage zu verdauen. Sollte man meinen. Ganz zu Ende ist es allerdings immer noch nicht. So berichten uns noch einige Anleger, dass sogar heute noch Beteiligungsraten abgebucht werden - eine Situation, die wir insbesondere von Seiten der jeweiligen Insolvenzverwalter für höchst bedenklich erachten. Diesen sollte nach einer ersten Bestandsaufnahme das ganze betrügerische Ausmaß des Systems der Göttinger Gruppe zwischenzeitlich bewusst sein. Wenn vor einem solchen Hintergrund noch dazu beigetragen wird, den Schaden der jeweiligen Anleger zu vergrößern, dann fehlt uns dafür jedes Verständnis.

Beide Verwalter müssen zwischenzeitlich konstatieren, dass echte Vermögenswerte nicht mehr vorhanden sind. Wie könnte dies auch anders sein, nachdem offensichtlich schon seit langem praktisch jegliche Investition am chronischen Geldmangel scheiterte, Erträge kaum erzielt und die vereinnahmten Mittel hauptsächlich dafür verwendet wurden, Ansprüche von geschädigten Kapitalanlegern, denen zwischenzeitlich auch vom Bundesgerichtshof dem Rücken gestärkt wurde, zu erfüllen. Ihnen bleibt daher nur, festzustellen, dass über 1 Milliarde Euro versickert sind. Dass dabei auch die Versprechen an die Anleger gebrochen wurden, ist evident. Vor diesem Hintergrund wäre es nichts anderes als zwingend, den Einzug nun unverzüglich zu stoppen. Oder will man sich auf diese Weise noch "Masse" verschaffen?

Die Geschädigten mussten sich zwischenzeitlich daran gewöhnen, von zahlreichen Adressen, von denen sie nie zuvor gehört haben, Post zu erhalten. Sämtlichen derartigen Zusendungen und den meisten Internetveröffentlichungen ist gemein, dass damit mehr oder weniger konkret Ängste geweckt und der Eindruck erzeugt werden soll, unbedingt etwas tun zu müssen. Am besten natürlich in durch Beauftragung eines bestimmten Anwalts. Vereinzelt wird dabei sogar noch erklärt, man müsse die Anlage kündigen - was Unsinn ist. Durch die Insolvenz sind die jeweiligen Gesellschaften ohnedies aufgelöst.

Einige dieser Angebote verdienen es gleichwohl, besonders herausgehoben zu werden:

Vom Assistent der Geschäftsleitung zum "Oberpaulus"

So geht z.B. ein gewisser Harro Schön auf Tour. Er reicht eine von einer Göttinger Rechtsanwaltskanzlei verfasste Strafanzeige herum und empfiehlt die Anwälte als "im Insolvenzrecht beschlagen, kompetent und seriös". Das allerdings, so die dortigen Kollegen, ohne deren Zutun. Was Schön verschweigt, ist der Umstand, dass es sich bei den Kanzleigündern um echte Insider handelt. Ausweislich der Kanzleihomepage war einer der Namensgeber vor der Kanzleigründung jedenfalls zeitweise "Assistent der Geschäftsleitung eines Allfinanzkonzerns", ein Mitgründer Mitarbeiter der Rechtsabteilung dortselbst. Bei diesem Konzern handelt es sich um keinen anderen als um - die Göttinger Gruppe.

Wenn in der Strafanzeige nun davon die Rede ist, dass "den Beschuldigten (den beiden letzten Vorständen Rinnewitz und Götz) spätestens seit dem Jahr 2002 in allerletzter Konsequenz bewusst gewesen sein (wird), dass ein Fortbestand der Göttinger Gruppe und damit sämtlicher Emissionsgesellschaften nicht mehr gewährleistet werden, sondern dass nur ein schnellstmögliches Beenden der Geschäftstätigkeit weiteren Schaden von den Anlegern ... abwenden konnte", dann fragt man sich, was ihn jedenfalls bis 2002 bei in diesem Unternehmen hielt.

Dass jemand, der so nah am Vorstand saß, die evidenten Missstände bei der Göttinger Gruppe nicht ebenfalls hätte feststellen können, erscheint uns nur schwer nachvollziehbar. Die Strafanzeige ist vor diesem Hintergrund wohl etwas heuchlerisch. Und Schöne haben die Anwälte selbstverständlich nicht beauftragt.

Vom Vermittler freundlich empfohlen.

Ein weiterer Anwalt, diesmal aus Laatzen, schreibt Anleger mit dem Hinweis an, "Ihr Vermittler" habe um Kontaktaufnahme gebeten. Und der sagt zunächst einmal, was alles nicht tun möchte: Weder er die Inanspruchnahme des Vermittlers noch der Vorstände halte er für sinnvoll. Was eigentlich denn dann noch? Auf jeden Fall müssten aber die Forderungen zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Und dann müsste man sich natürlich noch gegen Ratenzahlungen zur Wehr setzen und schließlich in müsste man noch mit seiner Hilfe einer Nachschusspflicht entgehen. Alleine dies seien schon drei unterschiedliche Angelegenheiten, die selbstverständlich alle gebührenpflichtig wären. Von daher ist der Schnäppchenpreis von knapp fünfhundert Euro, den er am Schluss verlangt, geradezu billig.

Was man dafür kriegt, ist wieder eine andere Sache. Damit man sich nicht lange entscheiden muss, liegt auch gleich eine Vollmacht bei. Im Schreiben wird dabei auf die übliche Drohkulisse, was alles passiert, wenn man auf diese Dienstleistung verzichtet, nicht verzichtet. Schließlich soll man ja auch wissen, warum man tätig wird. Auch dieses Angebot bewerten wir eher als unseriös.

Das neueste. - die Nachbearbeitung

Es melden sich natürlich auch noch zahlreiche Interessengemeinschaften und vermeintliche Verbraucherschutzorganisationen, die um Beitritt werben und dann zumeist wieder auf bestimmte Anwälte verweisen. Ob man dann wirklich gut aufgehoben ist, ist natürlich schwer zu sagen. Allerdings raten wir in der jetzigen Situation von einem massenhaften Vorgehen ab. Wenn überhaupt, dann hilft eine konkrete Einzelfallprüfung.

Wer nun also alle diese Angebote auf den Müll befördert, ist gleichwohl noch nicht aus dem Schneider. Zwischenzeitlich muss man auch damit rechnen, telefonisch oder gar in Form von Hausbesuchen "nachbearbeitet" zu werden. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass derartige Massensendungen nur eine verschwindend geringe Rücklaufquote haben. Aus diesem Grunde sucht man nach Effizienzsteigerungmöglichkeiten, wobei man schnell bei Methoden ist, die dem unseriösen Kapitalanlagevertrieb selbst täuschend ähneln. Nicht selten sind es die selben Personen, die hier tätig werden und dann ein zweites Mal abgreifen.

Wir gehen davon aus, dass derartige Praktiken sich nicht dauerhaft am Markt etablieren. Eine zeitlang wird man wohl noch in damit leben müssen. Ebenso, wie mit den schwindelhaften Geschäften, die immer wieder zu derartigen Auswüchsen Anlass geben. Bei Gelegenheit werden wir weiter berichten.