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Wie ein Schneeball in der Sonne

Göttinger Gruppe / Securenta endgültig vor dem Aus - Staatsanwälte ermitteln wegen Betruges und Kapitalanlagenbetruges - Gutachter sollen Finanzpraktiken analysieren - Zahlungen faktisch eingestellt

München, 05.06.2007; Nun soll es also endgültig soweit sein - die Göttinger Gruppe sei zahlungsunfähig. Die Süddeutsche Zeitung in München berichtet von 170 Haftbefehlen zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung, denen angeblich Hunderte weiterer folgen sollen. Titulierte Forderungen würden nicht mehr beglichen. Und - besser später als nie - die Staatsanwaltschaft in Braunschweig ist wieder auf der Pirsch. Nun will man gar Gutachter beauftragen, die die Finanzpraktiken der Gruppe untersuchen sollen. Ein löbliches Unterfangen. Auf die Idee hätte man allerdings auch schon früher kommen können. Noch 2002 zog man es vor, den Göttinger Finanzjongleuren einen Persilschein zu erteilen (Az. der Staatsanwaltschaft Braunschweig 402 Js 15388/00, vgl. Justizskandal in Niedersachsen).

Damals schon war klar, dass das Unternehmen nur einen verschwindend geringen Anteil der Kundengelder für Investitionen verwendet hatte. Der Bundesverband deutscher Banken hatte schon 1999 eine äußerst fundierte Strafanzeige gestellt, ernsthafte Ermittlungen, die etwa eine Durchsuchung der Geschäftsräume und die jetzt wohl angedachte gutachtliche Überprüfung der Plausibilität des Geschäftsmodells beinhalten hätten müssen, sind aus unserer Sicht daraufhin nicht erfolgt. Ganz im Gegenteil, auch Zivilklagen wurden trotz klarem Vortrag massenhaft abgewiesen, bis der Bundesgerichtshof sich im März 2005 erbarmte und in einer Reihe aufsehenerregenden Entscheidungen unter anderem auch strafrechtliche Ansprüche für prüfenswert hielt (Urteile vom 21.03.2005, Az. II ZR 140/03; 149/03; 310/03; Urteil vom 26.09.2005 Az. II ZR 314/03 - Der Durchbruch).

Nach diesen Entscheidungen war klar, dass das Schicksal der Göttinger Gruppe als Unternehmen besiegelt war, zumal praktisch sämtlichen Anlegern entweder ein außerordentliches Kündigungsrecht oder sogar ein unmittelbarer Schadenersatzanspruch auf Einlagenrückgewähr zuerkannt wurde. Jedem, der seine Augen nicht völlig verschloss, musste klar sein, dass aufgrund der bisher getätigten Anlagen eine Erfüllung dieser Ansprüche selbst dann nicht möglich sein würde, wenn sie nur von einem Bruchteil der Anleger gestellt würde. Interessant ist allenfalls, dass auch dieser Umstand die Braunschweiger Staatsanwaltschaft noch nicht zum Handeln bewegen konnte.

Man muss sich bewusst machen: Jeden Monat buchen oder buchten die Göttinger (jetzt Neu-Berliner) noch einen Millionenbetrag von den Konten ihrer Anleger ab. Dies ist auch ein Grund, warum es den Konzern heute noch gibt. Der Prospektprüfungsbericht für das Jahr 2001 etwa belegt, dass seit diesem Zeitpunkt praktisch keinerlei Investitionen mehr getätigt werden konnten. Aber immerhin, nun scheint es den Machern der Göttinger Gruppe, also insbesondere den Vorständen Dr. Rinnewitz und Marina Götz, doch noch an den Kragen zu gehen. Alles andere wäre indes völlig unverständlich, sind die beiden doch verantwortlich für den nach unserer Überzeugung größten Kapitalanlagenbetrug seit Bestehen der Bundesrepublik. Mehr als 1 Milliarde €, die von über 100.000 Anleger zur Verfügung gestellt wurden, sind letztlich versickert.

Was bleibt jetzt

Anleger, die dies noch nicht getan haben, sollten spätestens jetzt die Zahlungen einstellen. Erwogen werden kann des weiteren die Geltendmachung persönlicher Ansprüche gegen die Vorstände Dr. Rinnewitz und Marina Götz. Auch der nach Kanada abgetauchte Mentor Erwin Zacharias sollte in eine Prüfung von Ansprüchen einbezogen werden. Vertriebsorganisationen wie etwa die Futura Finanz haften in vielen Fällen für unsaubere Beratung.

Wegen des überaus zögerlichen Verhaltens der Staatsanwaltschaft halten wir es auch nicht für ausgeschlossen, hier Staatshaftungsansprüche in den Raum zu stellen. Ein großer Teil des Schadens hätte bei rechtzeitigem Einschreiten der Ermittlungsbehörden nach unserer Überzeugung vermieden werden können.

Wir berichten weiter über die aktuelle Situation. Die Kanzlei erwägt die Abhaltung von Informationsveranstaltungen zu diesem Thema. Falls Sie interessiert sind, schicken Sie uns eine kurze Mail über den  anliegenden Link.